Worum es geht

GenoGenial ist ein Dialog über Theorie und Praxis rund um das Thema "Zukunft in Genossenschaft". Wer ein Genossenschafts-Projekt konkret umsetzen möchte, der findet bei Genossenschaft-Online (GenOn) praktische Unterstützung.
Wir werden beraten von : SmartCoop Forschungsinstitut (SCFI) des MMWCoopo Bundesverband der Cooperations- und Genossenschaftswirtschaft, DEGP Deutsch-Europäischen Genossenschafts-u. Prüfungsverband, CoopGo Bund und zum Thema "Quer- u. QuantenDenken", vom QuantenInstitut (IWMC).
Wir empfehlen: Genossenschaft-Online (Die Gründer-Praxis) und GenoNachrichten (Berichte "Rund um das Thema Genossenschaften").

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30 November, 2020

MitUnternehmer-Genossenschaft – Mehr als ein Krisen-Bewältiger!

 


Das System „Konkurrenz“ schwächelt  – Teil 5 –

MitUnternehmer-Genossenschaft (MitGeno): Wie aus einer Krise eine Chance wurde.

Zur kurzen Erinnerung an Teil 4:

Wir gehen grundsätzlich (mindestens) von 2 Situationen bei MitUnternehmer-Genossenschaften (MitGeno) aus:

1.   Eine „MitGeno“ beginnt bereits als „Coop-Start“

2.   Eine „normale“ Genossenschaft wandelt sich – mit durchaus unterschiedlichen Motiven -  zeitversetzt, in eine MitGeno.

Allgemein gesagt, zeigen unsere Erfahrungen, dass sich z.B. ein „Startup-Vorbereitungs-Zeitraum“ durchaus verlängern kann, sofern man sofort als „MitGeno“ beginnen möchte. Aber der dann – zeitversetz - spätere „Arbeitsaufwand“ für einen zufriedenstellenden Umbau einer bereits bestehenden Genossenschaft in eine MitGeno, dauert  meist länger, abhängig von den „Wandel-Motiven“  

Wichtiger Hinweis:

Um keine Irritationen auszulösen, weisen wir darauf hin, dass die MitUnternehmen-Genossenschaft (MitGeno) nichts mit dem (steuerrechtlichen) Begriff „Mitunternehmer“ zu tun hat. Die Betonung liegt auf dem „Begriff“ des (tätigen) Unternehmers und dessen Selbstverständnis. Deswegen verwenden wir auch die Schreibweise „MitUnternehmer“

Anhand von 2 – praxisbezogenen - Situationen wollen wir Hinweise geben und Anmerkungen machen, was das Besondere einer MitUnternehmer-Genossenschaft ist, wie sie sich von einer „normalen“ Genossenschaft unterscheidet.

Dazu dienen uns:

 

A.   Der Gründungsprozess einer MitUnternehmer-Genossen-schaft (MitGeno) (Situation 1 – siehe Teil 4)

und

B.   Der Sanierungsprozess einer Genossenschaft, die mittels der „Umwandlung“ in eine MitUnternehmer-Genossenschaft (MitGeno), vor einer Insolvenz bewahrt wurde. (Situation 2).

Wir wollen es vorwegnehmen:

·         Es geht bei der MitUnternehmer-Genossenschaft nicht nur darum, das „Innenleben“ gemeinschaftsfähig zu gestalten.

·         Es geht – immer und zugleich – auch darum, die Verantwortung für das „Außen“ zu schärfen und nachzuweisen.

·         MitUnternehmer-Genossenschaften sind stets Teil des Kooperativen Wandels und dienen nicht dazu, die „Leidenszone“ der Konkurrenzgesellschaft – als „kooperatives Feigenblatt“ – zu verlängern.

Situation 2:

Wie eine Genossenschaft eine Krise überwindet …

(MitUnternehmer-Genossenschaft – MitGeno – zur Vermeidung von Insolvenz oder Liquidation einer „normalen“ Genossenschaft)

… Seit etwa 2 Jahren gehen bei der Handwerksgenossenschaft die Erträge zurück. Als ein größeres Bauvorhaben – an dem man als Sub-Unternehmer beteiligt ist – von dem Generalunternehmer „in Sand gesetzt“ wird, droht eine massive Krise. Die Genossenschaft ist nicht in der Lage, aufgelaufene Lieferantenverbindlichkeiten zu zahlen und die Lieferanten sind auch nicht bereit, neue Lieferungen zu tätigen und die Zahlungen längerfristig zu stunden. Dem bisherigen Vorstand werden massive Fehler vorgeworfen. Es kommt zu einer außerordentlichen Generalversammlung. Während der Vorstand sich dem „Schutz“ des Anwalts der Genossenschaft „versichert“, laden die übrigen Mitglieder einen „CoopCoach“ ihres Vertrauens ein.

(Schon diese Situation zeigt deutlich, dass kein wirkliches Vertrauen aller Mitglieder zueinander bestand).   

Nachdem die brisante Lage der Genossenschaft intensiv erörtert wurde, macht der Anwalt – im Auftrag des Vorstandes – folgenden Vorschlag:

·         Der Vorstand gründet eine GmbH. Er will von der Hausbank einen Liquiditätskredit besorgen. Als Sicherheit sollen werthaltige Bürgschaften (Grundstücke) der 2 (Alt-)Vorstände und des Anwalts dienen.

·         Die „Vorstände-GmbH“ macht allen übrigen (12) Mitgliedern ein „Übernahme-Angebot“. Dazu gehört auch, alle Genossenschafts-mitglieder mit einem neuen Arbeitsvertrag zeitnah in die neue GmbH einzustellen.

·         Die wichtigste Bedingung: Alles müsse sofort entschieden werden, sonst sei das Angebot hinfällig. …..

Auf weitere Einzelheiten kann hier verzichtet werden. Wir wollen uns auf die Lösung konzentrieren. …

Wohl gemerkt, bis zu diesem Zeitpunkt waren zwar  alle (14)  Beschäftigten der Genossenschaft zugleich Genossenschaftsmitglieder, hatten sich aber nicht wirklich um IHRE Genossenschaft gekümmert. Sie waren der Auffassung, es reiche aus, pünktlich den Lohn zu bekommen und einmal im Jahr zu einer Versammlung zusammenzukommen (Generalversammlung), weil danach meist ein „gemütliches Beisammensein“ mit den Familien folgte. …

(Eine solche Situation ist für eine MitGeno undenkbar!)

Der nachfolgende Verlauf einer atypischen „Krisenüberwindung“ ist nicht zu verallgemeinern. Hierfür gibt es zwar Beispiele, aber daraus lässt sich kein „Schema“ ableiten. Fast jede „Krise“ hat andere Hintergründe, hat andere Verläufe. Dieser Vorgang hat eine ganz spezielle „Dramaturgie“, weil er zeigt, dass es durchaus möglich ist, dass Menschen binnen kurzer Zeit aus einer Mentalität der:

·         Unterordnung

zu einer Mentalität der

·         Gleichordnung

aufzuwachsen können.

Die Annahme, dass Menschen sozusagen „stigmatisiert“ seien:

·         Entweder zu „Führen“

oder

·         „Geführt zu werden“,

 hat dieser Vorgang jedenfalls gründlich infrage gestellt. …

Wir schildern nachfolgend den „Sanierungsverkauf“ etwas ausführlicher, möchten jedoch anmerken, dass jede Krise andere Ursachen hat und jede Sanierung folglich auch andere Lösungen benötigen wird. …

Nochmals zur Erinnerung:

Als der „Re-Strukturierungs-Prozess“, also die Idee aufkam, in eine MitUnternehmer-Genossenschaft „umzuwandeln“, schien der „Karren“ ganz tief im „Dreck“ stecken und (scheinbar) keine Lösung mehr in Sicht zu sein. …

Weiter zum Verlauf des „Umstrukturierungsprozesses. …

Auf Vorschlag des „CoopCoachs“ begab man in (zwei) getrennte Versammlungen, einerseits der Rechtsanwalt mit dem (Alt-)Vorstand und andererseits der Coach zunächst mit dem Aufsichtsrat und danach sofort mit allen übrigen Genossenschaftsmitgliedern (außer dem Alt-Vorstand..

Dann setzte man die Generalversammlung fort. Zusammengefasst nahm die – wiederaufgenommene - Generalversammlung folgenden Verlauf und fasst folgende Beschlüsse::

·         Zunächst erneuerte der Anwalt des Vorstandes den Vorschlag, zur Gründung einer GmbH, deren 3 Gesellschafter die Mitglieder des alten Vorstandes und dem Anwalt der Genossenschaft sein sollten.

·         Zugleich sollten Vorverträge geschlossen werden, mittels derer allen Genossenschaftsmitgliedern ein Beschäftigungsangebot gemacht werden sollte.

Soweit das Angebot der „Alt-Vorstände“.

Außerdem sollten alle Mitglieder, ihre gesamten – wie der Anwalt meinte, wertlosen - Anteile an der Genossenschaft an vorgenannte 3 Personen (Vorstand/Anwalt) übertragen.

Eine Abstimmung dazu wurde – auf Empfehlung des „CoopCoachs – jedoch zunächst nicht durchgeführt, weil man intern über diese Vorschläge erst beraten müsse. …

 Nach einer fast 1-stündigen weiteren Versammlung der 12 Mitglieder, kam diese zu folgendem Ergebnis, mit dem – bis zu diesem Zeitpunkt - eigentlich niemand gerechnet hätte: 

·         Der „CoopCoach“ erklärte im Auftrag der Mitglieder:

o   Sofortige Ablösung des alten Vorstandes

o   Verweis des Rechtsanwaltes vom Betriebsgrundstück

o   Neuwahl eines Vorstandes und des Aufsichtsrates

o   Benennung des CoopCoachs zum Berater des neuen Vorstandes und Aufsichtsrates.

Man könnte natürlich darüber „diskutieren“, dass dies u.U. nicht „korrekt“ sei, nicht der ursprünglichen Tagesordnung der Generalversammlung entsprach, oder welche „rechtlichen Bedenken“ es noch geben könnte. …

Dies mag durchaus „richtig“ sein, aber hier ging es um eine „Ausnahme-Situation“.

Die 12 Mitglieder gingen bewusst das Risiko ein, dass die gefassten Beschlüsse gerichtlich überprüft würden (so der Anwalt des Vorstandes), die Mitglieder ließen sich nicht beeindrucken und schufen – wie man sagt – dringend notwendige Fakten!

Die Mitglieder fühlten sich „erstmals wohl“ in ihrer Genossenschaft, wie ein Mitglied dies treffend ausdrückte.

Wir wollen es abkürzen:

·         Die „Courage“ der Mitglieder wurde letztlich belohnt. …

Das Ergebnis zeigt mehr als „nur“ die Sanierung einer Handwerksgenossenschaft. Es zeigt vor allem, wie man mit „Not-Situationen“ umgehen sollte.

Man hat bzw. wir alle haben stets die Wahl, auch wenn es oft nicht so auszusehen vermag:

·         Uns unserer Souveränität bewusst zu sein und demgemäß zu handeln.

Wird hier nicht zum „Rechtbruch“ aufgerufen?

·         Ja, formal gesehen, war dies durchaus ein Rechtsbruch.

·         Nein, weil die Mitglieder nur die vorausgegangenen „Rechtsbrüche“ des Vorstandes korrigierten. Sie handelten sozusagen in „Notwehr“.

Anmerkungen-Hinweise:

 ·         Wer sich von (s-)einem Vorstand behandeln lässt, als würde es um „dessen“ Genossenschaft gehen, sollte – sich selbst prüfen – was bisher in „seiner“ Genossenschaft bisher „schiefgelaufen“ ist.

·         Dieses Beispiel zeigt, dass es auch anders gehen könnte.

·         Vorstände sollten die Verbindung zu denen, für die und in deren Auftrag sie wirken, nicht unnötig belasten.

·         Aus Sicht einer MitGeno sind solche (Fehl-)Entwicklungen eigentlich undenkbar. …

 Mehr zum Verlauf der Sanierung

 Der nachfolgende Weg zeigt deutlich, dass Menschen in „Krisen-Situationen“ durchaus in der Lage sind, weit über sich selbst hinauszuwachsen. Bedauerlicherweise jedoch meist erst, wenn es bereits eskaliert …

Der Erfolg stärkte und bestätigte die Mitglieder und zeigt:  

·         Es lohnt sich immer anzunehmen, dass man weit über das hinauswachsen kann, was man sich bisher – meist – von anderen einreden ließ, dass das unmöglich sei. ….

 Wir nehmen das Ergebnis vorweg: Das „Undenkbare“ wurde möglich.

 ·         Die bereits als „insolvent“ eingestufte Genossenschaft wurde erhalten und saniert.

·         Aus Mitgliedern wurden dabei „MitUnternehmer“!

 Nichts an dieser „Sanierung“, war eigentlich so, wie es „Lehrbücher“ gern darstellen.

 Alles begann mit dem Beschluss der 12 Mitglieder zu einer „Liquidation“.

Wichtig war:

·         Als Liquidator eine Person des Vertrauens zu finden. Dieser Liquidator war ein „Glücksfall“.

·         Einen „CoopCoach,“ sozusagen eine Art „Sub-Management auf Zeit“ einzubeziehen, quasi als „Trainer on the job“.

 Sowohl der Liquidator, wie auch der „CoopCoach“ stellte eine wichtige „Bedingung“ zur Übernahme ihrer Funktion:

 

·         Die Aufgabe sofort zu beenden, wenn Desinteresse bezüglich: Selbstverantwortung, Selbstorganisation und Qualifizierung zu erkennen sei!

 

Oder anders formuliert:

·         Man wollte sehen, ob die „MitUnternehmer“ wirklich bereit waren, IHRE Chance als (Gemeinschafts-)Unternehmer praktisch zu nutzen!

 Zuviel „Druck“ auf die Mitglieder?

Nein, denn es war jedem Mitglied freigestellt, die Genossenschaft zu verlassen.

Es war den Mitglieder einsichtig, dass  – zeitlich befristet – die Anforderungen erhöht werden mussten, um auf einen Level zu kommen, den man eigentlich von MitUnternehmern erwarten muss:

·         Jeder musste erkennen und entsprechend bereit sein zu Handeln: Als wäre dies „mein Unternehmen“!

Einige Hinweise zum Verlauf dieses (speziellen) „Umbau-Prozesses“, die

Krise als Chance sehen.

·         Im „Schnellkurs“ wurden – außerhalb der Arbeitszeit und ohne Geldausgleich - die neuen Vorstände und Aufsichtsräte geschult.

·         Für die Dauer des Sanierungsprozess, der auf 6 Monate festgelegt war, beschlossen alle Mitglieder – je nach sozialer Lage – auf 30% bis 50% ihres Lohnes zu verzichten. Das war „Vertrauen“ pur, was diese Mitglieder bereit waren, in ihre Zukunft zu investieren. Keiner wusste zu diesem Zeitpunkt, ob die Sanierung gelingen würde. …

·         Der neue Vorstand und Aufsichtsrat sah – aus Sicht von vielen „Zweiflern“ - schon ungewöhnlich aus. Keiner war geübt in diesem „Job“, alle Gremienmitglieder waren – wie man so sagt - „nur“ Beschäftigte und auch meist „nur“ Arbeiter!

 Hinweis:

 ·         Dies ist kein „Übungs-Material“, für Seminare.

·         Dies ist – nachprüfbar – geschehen in einer Handwerks-Genossenschaft, deren „MitUnternehmer“ nicht nur gestärkt,  eine (fast) aussichtslose Krisensituation überwanden, sondern das Unternehmen bis heute auf Erfolgskurs gehalten haben.

·         Alle sind seit diesem Zeitpunkt „echte MitUnternehmer“, d.h. sie entscheiden über alle wichtigen Unternehmen-sentwicklungen  gemeinsam.

·         Es gibt auch keine wirkliche Trennung in Vorstand-Aufsichtsrat-Übrige. Alle wichtigen Entscheidungen werden gemeinsam getroffen!

 Was könnte man daraus „lernen“?

 ·         Diese Situation gibt hinreichend Auskunft darüber, dass es eine Art „Vorurteil“ zu sein scheint, dass  „Arbeiter“ nicht in der Lage wären, „mitUnternehmerisch“ zu denken und zu handeln.

 Beide Beispiele zeigen:

·         Dass MitUnternehmer nicht (nur) „formal-qualifikatorisch“ definiert werden können.

·         MitUnternehmer zu sein, heißt vor allem Leidenschaft für Kooperation und Verantwortung in Koopeartion aufzubringen.

·         MitUnternehmer zu sein, hat viel mit Vertrauen zu sich selbst und zueinander zu tun.

·         Es ist vorrangig der menschliche Aspekt der zählt und ob es gelingt, eine gemeinsame Vertrauensgrundlage zu schaffen.

 Zum Vergleich:

 ·         In Beispiel 1 hat man getrennt in „Informierte“ und „zu Informierende“. So etwas – auch wenn es üblich scheint – ist dem „MitUnternehmer-Gedanken“ eher abträglich.

·         Das ist in Beispiel 2 völlig anders gelöst. Hier waren alle „informiert auf gleicher Augenhöhe“, es gab keine Unterschiede, die man gern als „notwendige Arbeitsteilung“ ausgibt, in Wirklichkeit jedoch signalisiert, dass (verdeckt) mittels Informationsvorsprung, selektiv Grade von „Über- und Unterordnung“ geschaffen werden.

·         Für Beispiel 1 würden wir raten, den „Gründungszeitraum“ nicht unnötig zu verkürzen. Es muss zunächst allen potenziellen MitUnternehmern deutlich sein, was sie wirklich von IHREM Unternehmen erwarten. Oft gibt es „geheime“ Vorbehalte, die einer bedingungslosen „Synchronisation“ aller Teilnehmer im Wege steht.

·         Ein „MitUnternehmerCoaching“ – unter Einbeziehung eines neutraler Spezialisten - wäre Grundlage dafür, um sozusagen noch einmal den „Startprozess“ zu beginnen. Auch wenn es etwas länger dauert, die erhoffte „WirKraft“ entsteht nur, wenn sich alle Teilnehmer „blind“ vertrauen können.

·         MitUnternehmerschaft in oder wegen einer Krise zu „implementieren“, muss quasi 2 Situationen berücksichtigen. Das eine ist die aktuelle „Krise“ und das andere quasi die danach folgende „Normalität“. Und genau diese „Normalität“ kann schwieriger sein, wie die Krise selbst. Das mag komisch klingen, ist aber nachvollziehbar und kann jeder bei sich selbst nachvollziehen. Den „Engagement-Level“ dauerhaft hoch zu halten, ist nicht ganz einfach. Zeitlich – im Voraus - festgelegte „Funktionswechsel“ können hierfür hilfreich sein.

 Ergänzende Hinweise:

 ·         Die in Genossenschaften gern gewählten „Muster-Vordrucke“ (Satzung, Förderrichtlinie, AGOs, GOs) sollten kritisch betrachtet werden, zumindest sollten diese regelmäßig auf den „Prüfstand“ gestellt und angepasst werden.

·         Schlussendlich sollte auch geklärt sein, ob man neben „MitUnternehmern“ auch „Nicht-MitUnternehmer“ beschäftigt. Wir würden eine solche „Doppelgleisigkeit“ nur während  „Probezeiten“ empfehlen. Am Ende von Probezeiten sollte konsequent entschieden werden: Aufnahme in den Kreis der MitUnternehmer oder Beendigung der Beschäftigung im Untenehmen. …

 Der MitUnternehmer / Die MitUnternehmerIn – auf den Punkt gebracht:

 ·         Menschen, die gern kooperativ wirken möchten.

·         Dies in einem (echten) Gemeinschaftsunternehmen tun wollen.

·         Menschen, die eine Trennung zwischen Über- und Unterordnung weitgehend auflösen wollen.

·         Menschen, die den Übergang von einer Konkurrenz- zu einer Kooperations-gesellschaft für richtig und wichtig halten.

Für solche Menschen ist eine „MitUnternehmer-Genossenschaft (MitGeno) – nicht nur beruflich die – eine wichtige (Lebens-)Entscheidung!

Man muss MitUnternehmerschaft wirklich – im tiefsten Inneren – wollen!

Nicht der äußere Rahmen, die Struktur ist entscheidend. Entscheidend ist das persönliche Gefühl

·         MitUnternehmer – „Das ist mein Ding“!

 

 Fragestellung: Studenten-AG  „Zukunftsfähige Wirtschaftskonzepte“

Frage (Auszug): 

Wir haben uns nach Unternehmensformen umgesehen, mit denen ein  „Kooperativer Wandel“ möglich sein könnte. Die Genossenschaft kommt wohl am ehesten in Frage. Nachdem wir uns näher mit Praxis und Theorie der Genossenschaften befasst haben, sind wir eher skeptisch, dass Genossenschaften nützlich für diesen Wandel sind. Schön, sie nutzen vielleicht zu einer besseren  Vermögensverteilung, aber ihr „Innenleben“ entspricht noch ganz dem der Konkurrenz. Könnt ihr uns den Unterschied erklären zwischen einer Genossenschaft und einer MitUnternehmer-Genossenschaft! Wo genauer liegt z.B. der Unterschied in Bezug auf den Umgang mit den Menschen, die in der Genossenschaft tätig sind? Und was ist die „WirKraft“, die kooperative Unternehmen den Konkurrenz-Unternehmen überlegen machen soll? ….

 (Hinweis: Wir veröffentlichen (siehe oben) einen Auszug unserer Antworten im Rahmen eines CoopMailCoachings),

Coop-Q

Die „Kooperative Quote“ zählt …

 

 

 

 „CoopInstitut – Die Wissenschaft des Kooperativen Wandels“ (CFI) c/o  IWMC QuantenInstitut - Internationale WissenschaftsCooperation für angewandte Quantenphysik - Kontakt:  info@quanteninstitut.de

Unsere Berater in Sachen Kooperation: SmartCoop ForschungsInstitut (SCFI) des MMWCoopGo Bundesverband der Cooperations- und Genossenschafts-Wirtschaft e.V.

 

02 August, 2020

„Stillste Revolution“ pro „Kooperative Evolution“ – Geht das?

 

Die etwas andere Sicht zu „Corona“: Wer hätte gedacht, dass es einer „Pandemie“ gelingen könnte, als „Stillste Revolution“ bezeichnet zu werden. Bisher verband man mit dem Begriff „Revolution“ eher „Aufstand“, „Widerstand“ und Gewalt. Man war sich nicht sicher, ob am Ende der „Revolution“ tatsächlich das eintrat, auf das die Menschen ursprünglich gehofft hatten. Meist wurde lediglich „Machthaber“ gegen „Machthaber“ ausgetauscht. Die wahren Interessen der Menschen traten letztlich nicht wirklich in Erscheinung. Dies könnte jetzt anders sein, denn es scheint so etwas zu geben, was man als „kooperative Evolution“ bezeichnen könnte. Nicht irgendwelche „Größen“ definieren die Zukunft, sondern es sind diesmal viele Menschen, die relativ unverbunden, etwa gleiche Ziele eint: Ein Leben in Gemeinschaft, mit nachhaltiger Verantwortung für das Ganze. Jetzt kommt es darauf an, zeitnah die Bilder einer „Kooperations-Gesellschaft“ in Erscheinung zu bringen, sozusagen eine „Kooperative Evolution“ zu gestalten. Gibt es dazu Vorbilder? Nicht unbedingt. Aber der Körper jedes Menschen zeigt recht deutlich, wie „Kooperative Intelligenz“ wirkt und was sie zu leisten vermag ...

CoopGo = WirKraft in Bewegung

Frage:

Bereits während unserer Studienzeit haben wir uns entschlossen, einen Arbeitskreis „Neue Unternehmensberater“ zu bilden. Wir sind entschlossen, unseren Schwerpunkt auf „Kooperationen“ zu legen. Leider gibt es dazu erst wenig Grundlagen. Die Inhalte unserer Vorlesungen, wie auch sonstige AGs an der Uni sind dafür wenig zu nutzen. …

Deshalb haben wir ein Netzwerk gebildet und qualifizieren uns sozusagen „autodidaktisch“. In unserem letzten „Netzwerk-Meeting“ haben wir auch über die Folgen von „Corona“ diskutiert. Das Ergebnis war für uns irgendwie überraschend. Zusammengefasst könnte man sagen: „Corona war die stillste Revolution“, die es je gab. „Corona“ – so unsere Prognose – wird aber wohl auch die „nachhaltigste Evolution“ auslösen, wie man jetzt bereits zum Teil erkennt. Und das Besondere daran: „Diese Evolution ist eindeutig kooperativ“ – nicht nur, aber vor allem in der Wirtschaft.  

Deckt sich das mit euren Erkenntnissen?

Danke - euer MailCoaching mit dem Tenor „Re-Start oder Neu-Start“. Es hat unsere Diskussionen sehr „befruchtet“ …

FragestellerIn: AK Junge Unternehmensberater

Antwort:

Ja, wir können den Grundtenor eurer Erfahrungen durchaus nachvollziehen. Auch die „Coop-Impulse-Test“ zeigen deutliche Schwingungserhöhungen, beginnend etwa nach 5 Wochen sei man über „Corona“ berichtete. …

Wir wollen hier auch nicht weiter auf die diversen (und kontroversen) Informationen aus den verschiedensten Medien eingehen, weil es jetzt eher darum geht, mit diesen Entwicklungen intelligent umzugehen, sozusagen, eine „neue Zukunft“ (kooperativ) zu gestalten. …

Damit meinen wir vor allem, dass Kooperation jetzt offen als „Vergleichsmaßstab“ zur Konkurrenz-Gesellschaft diskutiert wird. …

Viele Menschen ahnen, dass dieser „Corona-Stopp“ eine notwendige Pause war, um kritisch auf die bisherigen Entwicklungen zu schauen. Besonders Jugendliche können sich „weiter so“ im Konkurrenz-System einfach nicht mehr vorstellen. Das wirkt „ansteckend“ auf viele Diskussionen, die in der Verwandtschaft und den Freundeskreises der Jungen Generation geführt wurden. …

Themen, die den Sinn des Lebens und den Zweck von Wirtschaft berühren, werden zunehmend mit „Ganzheitlichkeit“, „Nachhaltigkeit“, „Gesundheit“, etc. verbunden. …

Während man noch vor wenigen Wochen eher nach einem - unbedingten – „weiter so“ strebte, wird inzwischen deutlich angeschaut:

·       Wie genau diese „Fortsetzung“ (nicht nur im Wirtschaftsbereich) aussehen soll bzw. kann. ….

Dabei scheint es auch keine Rolle zu spielen, ob oder wie die politischen Institutionen (Parteien, Regierung) reagieren, man beginnt einfach eigenständig neue Ideen zu entwickeln und für Startup-Projekte „Mitmacher“ zu suchen, die man meist auch findet. …

Dies wäre eigentlich eine Chance, den seit langem relativ „evolutionsgebremsten“ Genossenschaftssektor mit mehr „kooperativer Intelligenz“ auszurüsten und „fit für die Zukunft“ zu machen. …

Doch in den (genossenschafts-) verbandlichen Organisationen scheint man nicht begriffen zu haben, was wirklich geschieht, welche Chance sich – in wirklich kooperativer Hinsicht – gerade jetzt eröffnet. Dort tritt man jedoch eher auf der Stelle und bemüht sich darum, den staatlichen „Konkurrenz-Ideen“ (auf Genossenschaften projiziert) gerecht zu werden. Vor allem der genossenschaftliche Bankensektor stellt sich als „Wandel-Bremse“ dar. Eigentlich höchste Zeit, für diesen Sektor ein separates „Banken-Genossenschafts-Gesetz“ zu schaffen. Danach könnten sich viel eher wirkliche kooperative Innovationen ins Genossenschaftsgesetz integrieren lassen. …

Aber auch Tendenzen in Genossenschaftssektor, die „Masse mit Klasse“ verwechseln, sind eher skeptisch anzusehen. Es mag möglich sein, „Familien-Themen“ (Erbecht, Steuern sparen, u.ä.) mittels Genossenschafts-Strukturen zu lösen. Dies bringt aber wenig für die Entwicklung einer „Kooperations-Gesellschaft“, denn diese bedarf vor allem Lösungen, die nach außen wirken, zur Entstehung neuer nachhaltiger) Wirtschaftsstrukturen führen müssen, die dem Lebensbedarf aller Menschen dienen . …

An „Familien-Themen-Genossenschaften“ wird sehr gut deutlich, was es heißt Selbst-Verantwortung ganzheitlich zu ignorieren oder auf den eigenen Aktionskreis zu begrenzen. …

Legal mag so etwas zwar sein, aber ob es auch (kooperativ) „legitim“ ist? Diese Sichtweise entspricht ganz offensichtlich nicht den Interessen der Jungen Generation. Sie kann auch nicht - aus Sicht der „Kooperativen Intelligenz“ – als „zukunftsfähig“ bezeichnet werden. …

Als das wohl effizienteste und effektivste „Kooperations-System“ kann man unseren Körper sehen. Alle Organe und Billionen (!) Zellen sind sich zu jeder Zeit der Interessen des Ganzen bewusst und handeln – genial  - sogar ohne (offen erkennbares) „Management und Führung“.

Aus „Quantensicht“ könnte man sagen:

·       „Der Beobachter“ ist für das Ergebnis „verantwortlich“, das sich zeigt. …

„Beobachten“ Mitglieder einer Genossenschaft nur ihre individuellen „Vorteile“, werden auch nur diese bewirkt. Werden die „Vorteile“ von Vielen, vielleicht sogar des Ganzen gesehen, können auch nur diese in „Erscheinung“ treten.

Man kann also durchaus sagen:

·       „Familien-Spar-Genossenschaften“ sind wenig geeignet, um einen „kooperativen Wandel“ zu befördern.

·       Eher geschieht sogar das Gegenteil davon. …

Auch wenn es anders beabsichtigt sein sollte, wird daraus – aufgrund dieses „Beobachter-Effekts“ – niemals ein positiver „Impuls“ für einen „kooperativen Wandel“.

·       So gesehen könnte man durchaus von einer – wenn auch unbewussten – Stabilisierung der Konkurrenz-Gesellschaft sprechen. …  

Daraus abgeleitet, könnte eine Grundfrage zur Beurteilung eines  „CoopGo-Prüfungs-Level“ etwa so lauten:

·       Sind Kooperations-Einheiten (auch – aber nicht nur – Genossenschaften) geeignet, einen „Kooperativen Mehrwert“ – zunächst für die Teilnehmer – aber dann zugleich auch für die Gesellschaft zu erzeugen? 

Der „Coop-Impulse-Test“ kann dazu – zumindest ergänzend - durchaus weitere gesicherte Erkenntnis erbringen. …

Eine „Familien-Spar-Gemeinschaft“ (als Genossenschaft definiert) testet z.B. eher unterhalb der „Zone“, die „Coop-Impulse“ bewirkt, während eine Genossenschaft, die gemeinschaftlich Vorteile für sich (und zugleich das wirtschaftliche Umfeld) erzeugt, relativ hohe „Coop-Impulse“ bewirkt.

Der Grund dafür:

·       Die Motive für Gründung und Betrieb sind bei der „Familien-Spar-Genossenschaft“ eher bewahrend, abgrenzend, individualisiert definiert, ignorieren meist sogar das Ganze.

·       Die Motive der (ganzheitlichen) Wirtschafts-Genossenschaft bewirken quasi das Gegenteil. Sie sind gemeinschaftsbezogen, öffnen sich nach außen und sehen recht bewusst ihre Verantwortung für das Ganze 

Wenn ihr also überlegt, euere berufliche Zukunft (Unternehmensberatung) mit dem Anspruch auf mehr „Kooperative Intelligenz“ (Verantwortung) zu verbinden, solltet ihr auch eine klare Vorstellung darüber entwickeln, auf welche „Außen-Wirkung“ sich euer (Beratungs-)Handeln beziehen sollte.

Unternehmensberater, Steuerberater, Rechtsanwälte, etc., mit der Zusatzqualifikation „Genossenschaftsberatung“, sind in der Tat jetzt wichtig, um den „Kooperativen Wandel“ zu gestalten. Aber es nützt wenig, wenn diese lediglich dazu beitragen, dass neu gegründete Genossenschaften – bewusst oder unbewusst – dem (alten) System des „Konkurrenz-Denkens“ lediglich als Alibi dienen. …

Nutzt die Chance dieser „Stillsten Revolution“, die es je gab und beginnt bewusst damit, eine faszinierende „kooperative Evolution“ einzuleiten.

·       Seid „DIE“ Neuen Unternehmensberater, die jetzt dringend für einen nachhaltigen „Kooperativen Wandel“ benötigt werden!

PS:

Euer Beitrag hat seinen besonderen „Charme“. Wenn ihr mögt, können wir den „Dialog“ gern fortsetzen …             

Ein Hinweis:

·       Formuliert jetzt „klare kooperative Absichten“ für eine „Kooperations-Gesellschaft“ und unterstützt dann mit Leidenschaft dessen zeitnahe Umsetzung!

   

Wir alle haben JETZT die Wahl !

 „Konkurrierenden Chaos“  oder „Cooperative Intelligenz“

 

„CoopGo-Dialoge“

(MMWCoopGo Bundesverband der Cooperations- u. Genossenschaftswirtschaft e.V.)

Hinweis: Wir behalten uns vor, Fragen – zwecks besserer Lesbarkeit – redaktionell anzupassen.

info@menschen-machen-wirtschaft.de

In Fragen der Quantenphysik kooperieren wir mit dem IWMC QuantenInstitut (Internationale Wissenschafts- u. MedienCooperation info@quanteninstitut.de